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    Ein Abend in Marrakesch

    Ein Abend in Marrakesch

    Geschrieben von Hendrik ǀ 25. November 2015

    Marrakesch ist die Perle des Südens. So heißt es in vielen Reiseführern, doch was genau macht die Stadt kurz vor dem Atlas-Gebirge mit ihren schneebedeckten Bergen im Hintergrund so einzigartig?

    Für mich sind es die vielen unterschiedlichen Gesichter und das friedliche Zusammenleben der Kulturen, die hier aufeinander treffen. Jeder wird als willkommener Gast empfangen und reist ab, mit dem Gefühl wieder kommen zu müssen.

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    Bei meiner Ankunft in Marrakesch war es bereits Abend, doch Marrakesch beginnt erst in der Nacht seine wahre Schönheit im Licht der Sterne zum Vorschein zu bringen. Tagsüber ist es zu heiß, deswegen pulsiert das Leben bis tief in die Nacht. Ich hatte nicht viel Zeit in Marrakesch, da es für mich am nächsten Tag schon weiterging. Vom Flughafen ist es nicht weit bis zum Hauptplatz von Marrakesch, dem Djemaa El Fna, auf dem man sich am besten mit Marokko akklimatisieren kann. Kommt man mit dem Taxi oder einem der öffentlichen Busse an, wird man in der unmittelbaren Nähe zum Djemaa El Fna hinaus gelassen. Auf einer der größeren Marktstraßen schlängelt man sich seinen Weg immer weiter hinein in die Menschenmassen zum Djemaa El Fna, der auch als Vater aller Plätze bekannt ist. Den richtigen Weg findet man ohne Probleme, wenn man einfach den orientalischen Flötenmelodien der Schlangenbeschwörer, welche dem Djemaa El Fna ihr eigenes Flair auferlegen, folgt.

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    Angekommen auf dem Platz der Toten suchte ich die Schneckenverkäufer. Eine Schale traditionell zubereiteter Schnecken ist um einiges empfehlenswerter als es sich anhört. Als einziger Tourist speiste ich zusammen mit Menschen aus dem ganzen Orient. Ich kam sofort ins Gespräch mit einem jungen Marrakschi, wie die Einwohner Marrakeschs genannt werden. Er berichtete mir von den Geschichtenerzählern, die sich jeden Abend auf dem Platz versammeln und die Massen mit ihren Märchen verzaubern, empören oder zum Nachdenken bringen. Ihre Märchen sind das Überbleibsel einer längst vergessen Zeit ohne Fernsehen oder Internet. Sie berichten von untergegangenen Karawanen und alten Sultanen, die in unermesslichem Reichtum gelebt haben. Einst waren die Geschichtenerzähler, auf Arabisch auch Derwische genannt, die einzigen im Orient, denen Kritik am König oder Sultan erlaubt war, denn es konnte ja auch nur ein Märchen sein.

    Eine Geschichte dauert ungefähr eine Stunde und wird meist in einer Gruppe von Derwischen erzählt. Große Menschentrauben mit fast über hundert Zuhörern, die aufmerksam lauschen und sich von den Geschichten verzaubern lassen wollen, sind keine Seltenheit. Auch wenn sie für uns nicht zu verstehen sind, weil natürlich alle Geschichten in Arabisch vorgetragen werden, kann man fühlen und erleben wie die Massen von einer guten Geschichte angezogen werden.

    marrakesch-garkuechen

    Ich lernte Mustafa kennen, der mir erzählte, dass die Märchenerzähler auf dem Djemaa El Fna die letzten noch existierenden ihrer Branche sind. Er übersetzte was erzählt wurde und mir wurde schnell klar, dass diese Märchen unsere um Längen schlagen würden und meist gar nicht für Kinderohren bestimmt sind.

    Da meine Zeit begrenzt war, ging es nach zwei Geschichten weiter. Am besten lässt man sich einfach in die Soukviertel treiben. Ein abendlicher Spaziergang durch die Medina ist nur weiterzuempfehlen. Viele Läden haben noch geöffnet, doch die Verkäufer lassen einen mehr oder weniger in Ruhe und so hat man genügend Zeit sich alles entspannt an zuschauen. Tagsüber blüht der Handel und man muss sich darauf einstellen, hier und da einem aufdringlichen Verkäufer zu begegnen.

    souks-abends-marrakesch (Kopie)

    Am nächsten Morgen spazierte ich von meinem Riad bis ans Ende einer dieser großen Soukstraßen. Meist kommt man am königlichen Palast, Palais de Bahia, aus. Im Morgengrauen suchte ich mir ein geöffnetes Cafe und beobachtete die abfliegenden und ankommenden Störche, welche sich auf der Palastmauer niedergelassen haben. Im orangenen Licht der Morgensonne Nordafrikas wirken die stolzen Tiere besonders elegant und anmutig. Auch sie sind der Stadt Marrakesch verfallen und haben sich irgendwann entschieden, jedes Jahr zu Dutzenden wiederzukommen. Manche von Ihnen bleiben sogar das ganze Jahr über.

    stoerche-marrakesch (Kopie)

    Für mich geht es jetzt erst einmal weiter, aber ganz sicher werde ich wieder kommen und dann ein bisschen mehr Zeit im Reisegepäck mit bringen.

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